Berichte

Auf der Feuerwache Hermsdorf war ich oft als Kind und durfte
manchmal bei den Übungen zusehen. Mein Vater war freiwilliger
Feuerwehrmann. Früher gab es auf dem Turm eine Sirene. Wenn diese
Sirene heulte ließ mein Vater alles stehen und liegen und schwang
sich aufs Fahrrad um zur Wache zu eilen..
Nur wenige Monate nachdem mein Vater aus sibirischer Gefangenschaft
nach Hause kam, trat er im April 1950 der Hermsdorfer Freiwilligen
Feuerwehr bei. Wenn man ihn danach fragte, "warum Feuerwehr?", war
seine Antwort und er grinste dabei verlegen: "Hast du keine Hose
mehr, geh zur Feuerwehr!" Ja, so hart waren damals die Zeiten.
Keine Arbeit, kaum was zum Essen, keine Kleidung. Aus der
Gefangenschaft kam nur nur in Lumpen gehüllt. Sonst hatte er nichts
mehr.

Die Freiwilligen Truppe wurde am 21.07.1956 aufgelöst (Geldmangel!!!) Auf dem Foto wird mein Vater Erwin Herm verabschiedet.
1975 wurde wieder ein FF-Zug ins Leben gerufen. Bis zu seinem Tod
1996 war er dort in der Ehrenabteilung. Das letzte mal war ich auf
der Wache, als ich seinen Schrank leer räumen musste. Seitdem habe
ich das Gebäude nicht mehr von innen gesehen.
Schönen Gruß
Margitta Kliche-Herm
